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Warum liegt im Einkauf der Segen?

Isernhagen / Hannover. Eine alte Kaufmannsweisheit besagt: «Im Einkauf liegt der Segen» – doch warum ist das eigentlich so? Waren- und Materialeinsatz im Lebensmittelbereich unterliegen saisonalen Schwankungen. Was kann man nun als Unternehmen tun, um die Quote im Griff zu haben? Ein Beispiel verdeutlicht, welcher Hebel in der Optimierung der Waren- und Materialeinsatzquote liegt:

Angenommen der Preis für ein Gut kann um fünf Prozent reduziert werden, dann verbessert sich der Gewinn unter sonst gleichen Umständen, sprich weitere Kostenarten bleiben unverändert, um 24 Prozent. Angenommen der Preis für ein Gut kann sogar um zehn Prozent reduziert werden, dann verbessert sich der Gewinn unter sonst gleichen Umständen um 47 Prozent. In der Theorie klingt das erst einmal fabelhaft, jetzt fehlt allerdings noch die Umsetzung in die Praxis.

Was ist zu tun?

Clustern Sie Ihre Rohstoffe mit einer ABC-Analyse für den gesamten Betrieb. Welche Rohstoffe werden über das Jahr wie häufig und in welchen Mengen und welcher Qualität benötigt? Wie viele Lieferanten beliefern mich oder können mich beliefern? In der Theorie gibt es etliche Sourcing-Ansätze: Ein Lieferant (Single-Sourcing), zwei Lieferanten (Dual Sourcing), viele Lieferanten (Multiple Sourcing) oder lokale Lieferanten (Local Sourcing) sind Beispiele dafür. Jede Sourcing-Art hat seine Vor- und Nachteile. Gleichzeitig auch seine Regeln. Beim Single Sourcing zum Beispiel ist der Lieferant der Dienstleister und das Unternehmen der Kunde. Folglich sollte der Lieferant das Unternehmen optimal betreuen, denn sie stehen in Abhängigkeit zueinander. Die Optimierung des Materialeinsatzes schafft das Unternehmen nun unter anderem durch Verhandlungen, Kontrakte, Zusatzleistungen. Für bestimmte Güter, die in einer ganz bestimmten Qualität eingekauft werden müssen, kann dies auch gut sein. Ein Beispiel sind Kürbiskerne aus der Steiermark. Um auf dem Endverbrauchermarkt einen Qualitätsvorsprung zu besitzen, werden steirische Kürbiskerne eingesetzt, um dies auch ausloben zu können. Folglich ist das Unternehmen bereit, einen höheren Preis zu bezahlen. Anders ist es zum Beispiel mit Druckerpapier. Muss es teures Papier sein? Kann Papier in derselben Qualität bei einem anderen Lieferanten nicht günstiger eingekauft werden? Für gewisse Güter sollte bei der wöchentlichen Bestellung auf den besten (nicht unbedingt den günstigsten!) Preis geachtet werden, bei anderen Rohstoffen reicht es monatlich oder gar jährlich zu prüfen, ob der Lieferant weiterhin der richtige, der Preis wettbewerbsfähig ist oder ein Wechsel angestrebt werden sollte.

Für Fragen rund um das Thema Einkauf steht Ihnen Sophie Frings von der Gehrke econ Unternehmensberatunggerne telefonisch unter 0511-70050-116 oder per E-Mail ansophie.frings(at)gehrke-econ.de zur Verfügung.